Aus dem Englischen übersetzt, zuletzt geprüft am 15. Oktober 2026. Den Originalartikel auf Englisch lesen
Zwei junge Skirennläufer aus dem bayerischen Allgäu, Felix Rösle und Benno Brandis, haben beim diesjährigen Südamerikacup in Chile im Sommer die Speedrennen dominiert und dabei etablierte Weltcupfahrer hinter sich gelassen. Wie die Sportschau berichtet, könnten die beiden, die seit ihrem zwölften Lebensjahr befreundet sind, nun die nächste Generation des deutschen Abfahrts- und Super-G-Teams anführen.
Was passiert ist
Seit die großen Namen abgetreten sind, tut sich das deutsche Speedteam schwer. Laut der Sportschau, die einen Bericht der Sportredaktion BR24Sport des Bayerischen Rundfunks übernimmt, sucht die Mannschaft nach ihrer Linie, seit die Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen und Josef „Pepi“ Ferstl zurückgetreten sind und auch die erfahrenen Romed Baumann und Andreas Sander ihre Karrieren beendet haben. In der vergangenen Saison war Luis Vogts überraschender zehnter Platz beim Hahnenkammrennen, der berühmten Abfahrt in Kitzbühel, einer der wenigen Lichtblicke. Ansonsten landeten die Fahrer des DSV (Deutscher Skiverband) dem Bericht zufolge meist außerhalb der Top 30.
Rösle, 21, fährt für den SC Sonthofen, Brandis, 20, für den TSV Durach. Beide Vereine liegen im Allgäu. Ihre Erfolge verlaufen seit Jahren parallel: Als Rösle 2024 Juniorenweltmeister in der Abfahrt wurde, holte Brandis den Juniorentitel im Super-G.
In Chile wiederholte sich dieses Muster. Rösle gewann beim Südamerikacup beide Abfahrten, Brandis beide Super-G-Rennen. Laut Sportschau ließen sie dabei etablierte Weltcupathleten hinter sich, darunter den Franzosen Matthieu Bailet, den Schweden Felix Monsen und den Norweger Fredrik Möller, der bereits in Bormio gewonnen hat. „Es ist ein richtig schönes Gefühl, wenn es so früh in der Saison so gut läuft“, sagte Brandis BR24Sport.
Die beiden trainieren gemeinsam, und zu ihren Trainern gehört Dreßen selbst. Im Gespräch mit BR24Sport nannte er die Ergebnisse „die Früchte, die man im Moment ernten kann“, und sah darin eine Bestätigung der Arbeit des Verbands. Zugleich achtete er darauf, sie nicht überzubewerten: „Die Kunst ist, nach guten Ergebnissen zu diesem Zeitpunkt nicht abzuheben, sondern mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben und weiter hart zu arbeiten.“ Bei beiden Athleten sehe er diese Gefahr kaum, sagte Dreßen, und beschrieb sie als „sehr bodenständig und fokussiert“. Er fügte hinzu: „Sie wollen schnell sein, sie sind Rennfahrer. Wenn ein Rennen nicht gut läuft, gibt man ihnen besser ein bisschen Zeit zum Durchschnaufen.“
Abseits der Piste ist die Rivalität freundschaftlich. „Ich glaube, wir sind eigentlich nur vom Start bis ins Ziel Konkurrenten“, sagte Brandis. „Ich habe mich riesig für Felix gefreut, er sich für mich, also ist das eine sehr schöne Art der Zusammenarbeit.“ Rösle sagte, man könne sich keinen besseren Zimmerkollegen oder Teamkollegen vorstellen, scherzte aber, Brandis sei ihm manchmal „ein bisschen zu schnell“.
Warum das für Sie in Deutschland wichtig ist
Für alle in Deutschland, die den Wintersport verfolgen, ist dies das hoffnungsvollste Zeichen seit Langem für die Speeddisziplinen der Männer, in denen es seit dem Abschied von Dreßens Generation an Siegkandidaten fehlt. Wie die Sportschau anmerkt, bringen die Ergebnisse aus Chile mehr als nur Selbstvertrauen. Sie bringen auch wertvolle Punkte und damit bessere Startpositionen in der kommenden Saison. In den Speedrennen kann eine frühere Startnummer auf einer Strecke einen echten Unterschied machen.
Bislang sind die beiden vor allem im Europacup gefahren, der zweithöchsten Ebene des professionellen Skirennsports unterhalb des Weltcups. Beide haben aber schon in die höchste Klasse hineingeschnuppert: Rösle gab 2025 in Gröden sein Weltcupdebüt, und Brandis ging 2024 als amtierender Juniorenweltmeister beim Weltcupfinale in Sun Valley an den Start. Dem Bericht zufolge sollen beide in dieser Saison häufiger im Weltcup fahren.
Es gibt auch einen regionalen Bezug. Beide Athleten stammen aus Allgäuer Vereinen, Menschen in Südbayern haben also einen lokalen Grund, die kommende Saison zu verfolgen. Laut Sportschau haben die beiden unterschiedliche Stärken. Rösle ist über zwei Meter groß und gilt als klassischer Abfahrer. Brandis wird als technisch versierterer Fahrer gesehen, der in anspruchsvollen Passagen stark ist. Dem Bericht zufolge sind beide wie geschaffen für die gefährlichsten Strecken der Welt: die Streif in Kitzbühel, die Stelvio in Bormio und das Lauberhorn in Wengen.
Beide sehen einen größeren Umbruch im Gang. „Ich bin mir sicher, dass wir gerade in einer Art Übergangsphase sind und dass wir ein paar junge Athleten haben, mit denen wir die Lücken nach und nach schließen werden“, sagte Brandis mit Blick auf die Lücke, die Dreßen und seine Weggefährten hinterlassen haben. Auch Rösle zeigte sich optimistisch: „Umso schöner, dass wir langsam wieder ein Team aufbauen.“
Wie es weitergeht
Die erste Bewährungsprobe folgt bei den ersten Speedrennen der Weltcupsaison in Nordamerika. Wie die Sportschau berichtet, wird Rösle für diese Rennen voraussichtlich nominiert, während Brandis in diesem Winter auf zumindest ein oder zwei Weltcupstarts hofft.
Die Erwartungen sollten realistisch bleiben. Dem Bericht zufolge sind die beiden noch weit davon entfernt, die Lücke zu ihren früheren Idolen allein zu schließen, auch wenn die ersten Ergebnisse ermutigend sind. Er bezeichnet die Siege in Südamerika als gelungenen ersten Test und als Vorgeschmack darauf, was die beiden erreichen könnten.
Das langfristige Ziel ist klar. Beide Rennfahrer nennen die Streif in Kitzbühel, eine der berühmtesten Abfahrten der Welt und die Strecke, auf der einst Dreßen und Ferstl gewannen, als großes Ziel. Wenn ihre Entwicklung anhält, haben deutsche Fans vielleicht bald wieder einen Grund, das Hahnenkamm-Wochenende genau zu verfolgen.
Quelle: Sportschau
Quellen
- sportschau: Neue Speed-Sterne am DSV-Himmel: Ein Duo sorgt für Furore, abgerufen am 15. Oktober 2026
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