Aus dem Englischen übersetzt, zuletzt geprüft am 2. November 2026. Den Originalartikel auf Englisch lesen
Eine von jungen Menschen getragene Initiative namens Gen Z regelt hat am Samstag, dem 31. Oktober, nach eigenen Angaben 100.000 Menschen in deutschen Städten auf die Straße gebracht und für den 14. November zu einer neuen Protestrunde aufgerufen. Laut DW hat sich die Gruppe von den Krawallen und Plünderungen distanziert, die nach Einbruch der Dunkelheit in mehreren Städten ausbrachen. Politik und Polizei schildern unterschiedlich, wer hinter der Gewalt steckte.
Was passiert ist
Gen Z regelt hatte Demonstrationen in 34 Städten geplant, darunter Berlin, Frankfurt, Köln und München. Eine Sprecherin der Initiative sagte am Samstag, „100.000 Menschen haben gezeigt, warum sie auf die Straße gehen“, und kündigte an, dass Teilnehmerschätzungen für sechs bis acht Städte später folgen würden.
Wie DW berichtet, konzentrieren sich die Forderungen der Gruppe auf Sozialausgaben und Lebenshaltungskosten. Sie verlangt mehr Geld für Schulen, Suchtbehandlung und Psychotherapie sowie Maßnahmen gegen die steigenden Lebenshaltungskosten. Außerdem setzt sie sich für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz ein und lehnt sowohl die Einführung einer Wehrpflicht als auch jede Ausweitung staatlicher Überwachung ab.
Gen-Z-regelt-Sprecherin Lina Friedrich sagte am Samstag in Berlin: „Wir sind heute hier, um für Frieden und Freiheit zu kämpfen statt für Krieg und Zwang.“ Sie fügte hinzu: „Am wichtigsten ist uns eine bessere Unterstützung für das Gesundheits- und das Bildungssystem. Wir sind gegen eine Wehrpflicht und für eine gerechtere Verteilung der Lasten.“
Die Demonstrationszüge selbst verliefen nach Angaben der Polizei weitgehend friedlich. Andreas Rosskopf, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft für die Bundespolizei, sagte der Rheinischen Post, „die Gen-Z-Proteste sind sehr friedlich verlaufen“. Die anschließende Gewalt sei von „autonomen und teilweise vermummten Personen“ ausgegangen.
Am schlimmsten traf es Frankfurt. Hessens Innenminister Roman Poseck sagte, mehr als 100 Polizistinnen und Polizisten seien verletzt worden, einer davon schwer. Bis zu 1.300 Einsatzkräfte waren in der Nacht im Dienst. Siebzehn Geschäfte wurden beschädigt und fünf geplündert, und die Polizei nahm 54 Menschen in Gewahrsam, alle zwischen 13 und 29 Jahre alt. Von den mehr als 8.000 Menschen, die an dem Protest in Frankfurt teilnahmen, waren nach Schätzung der Behörden 1.000 bis 1.500 gewalttätig, „überwiegend mit Migrationshintergrund“. DW weist darauf hin, dass Poseck nach dieser Aussage erklärte, die große Mehrheit der Festgenommenen seien deutsche Staatsangehörige.
Auch in Köln kam es zu Zusammenstößen zwischen Randalierern und der Polizei. Herbert Reul, der für die Stadt zuständige Landesinnenminister, sagte, Linksextremisten hätten die Proteste gekapert. Eine Sprecherin der Kölner Polizei erklärte dagegen, die Vorfälle dort hingen eher mit Halloween-Feiern zusammen als mit dem Ende der Gen-Z-Demonstrationen.
Auf Bundesebene sagte Innenminister Alexander Dobrindt von der konservativen CSU der Bild, „gewaltbereite linke Gruppen und Krawallmacher aus migrantischen Milieus“ hätten die friedlichen Demonstrationen gekapert. DW merkt an, dass er nicht näher darauf einging, wer die in Gewahrsam genommenen Personen waren. Dobrindt forderte „empfindliche Strafen“ und sagte, die Polizeistrategie aus starker sichtbarer Präsenz und dezentralem Einsatz habe Gewalt in dem Ausmaß verhindert, wie es in Paris zu sehen war, wo es am 17. Oktober zu Krawallen und Plünderungen gekommen war.
Gen Z regelt erklärt, mit dem, was nach den Demonstrationszügen geschah, nichts zu tun zu haben. „Wir hatten keinen Einfluss auf das, was nach den Demonstrationen passiert ist“, sagte die Sprecherin der Initiative.
Warum das wichtig ist, wenn Sie in Deutschland leben
Wenn Sie in einer der größeren Städte wohnen, sollten Sie am 14. November mit einem weiteren Demonstrationstag rechnen. Die Proteste im Oktober fanden in 34 Städten statt, und die Berichterstattung von DW deutet darauf hin, dass die nächste Runde eine ähnliche Reichweite haben könnte. In der Nacht auf Sonntag blieb die Polizei in Frankfurt mit vielen Kräften auf den Straßen, und der Bundesinnenminister hat die sichtbare, dezentrale Polizeipräsenz gelobt. Ein großes Polizeiaufgebot am nächsten Protesttag wäre daher nicht überraschend.
Die Themen hinter den Protesten betreffen viele Menschen, die nach Deutschland gezogen sind. Steigende Lebenshaltungskosten, der Zugang zu Psychotherapie und Suchtbehandlung sowie die Finanzierung von Schulen prägen den Alltag von Menschen jeder Herkunft. Auch die Debatte über eine Wehrpflicht betrifft junge Menschen und ihre Eltern ganz direkt.
Wenn Sie einen Migrationshintergrund haben, lohnt es sich, die politischen Reaktionen genau zu verfolgen. Sowohl der hessische Innenminister als auch der Bundesinnenminister machten Menschen aus migrantischen Milieus für einen Teil der Gewalt verantwortlich. Doch Hessens eigener Minister sagte, die große Mehrheit der in Frankfurt Festgenommenen seien deutsche Staatsangehörige, und die Kölner Polizei brachte die Ausschreitungen dort teilweise mit Halloween in Verbindung. Diese Darstellungen passen nicht ohne Weiteres zusammen, und die Art, wie die Gewalt beschrieben wird, dürfte die öffentliche Debatte in den kommenden Wochen prägen.
Worauf Sie als Nächstes achten sollten
- 14. November: Der nächste bundesweite Protesttag von Gen Z regelt. Achten Sie darauf, ob die Beteiligung die 100.000 Menschen erreicht, die die Gruppe für Oktober angegeben hat.
- Teilnehmerzahlen: Die Initiative hat Schätzungen für sechs bis acht Städte angekündigt, die ein klareres Bild von der Größe der Bewegung geben werden.
- Strafverfolgung: Dobrindt hat gesagt, Randalierer und Plünderer würden „identifiziert und zur Rechenschaft gezogen“. Achten Sie auf Anklagen gegen die 54 Menschen, die in Frankfurt in Gewahrsam genommen wurden.
- Debatte über die Wehrpflicht: Mit ihrer Ablehnung der Wehrpflicht steht die Gruppe im Zentrum einer aktuellen politischen Frage für junge Menschen in Deutschland.
Quelle: DW
Quellen
- DW: Germany news: Gen Z group calls for new protests, abgerufen am 2. November 2026
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