Aus dem Englischen übersetzt, zuletzt geprüft am 15. Oktober 2026. Den Originalartikel auf Englisch lesen
München führt ein digitales Werkzeug namens Mietenmonitor ein. Es soll Vermieter erkennen, die in ihren Wohnungsanzeigen im Internet möglicherweise mehr verlangen, als das Gesetz erlaubt. Laut der tz hat der Sozialausschuss des Stadtrats das Vorhaben beschlossen. Nach Angaben der Stadt sollen die inserierten Mieten mit dem offiziellen Mietspiegel verglichen werden, also mit der örtlichen Übersicht über die ortsüblichen Mieten.
Was passiert ist
Wie die tz berichtet, hat der Sozialausschuss des Münchner Stadtrats für die Einführung des Mietenmonitors gestimmt. Die Zeitung stützt sich dabei auf eine Mitteilung der Landeshauptstadt München, also der Stadtverwaltung.
Das Werkzeug durchsucht automatisch Wohnungsanzeigen im Internet und vergleicht die Merkmale jeder Wohnung mit dem aktuellen Mietspiegel. Der Mietspiegel ist eine offizielle Übersicht über die ortsüblichen Mieten, aufgeschlüsselt nach Merkmalen wie Größe, Lage und Ausstattung. Liegt eine inserierte Miete deutlich darüber, will die Stadt den Vermieter anschreiben, ihn auf die geltenden gesetzlichen Regeln hinweisen und ihn bitten, sein Angebot zu überprüfen.
Oberbürgermeister Dominik Krause von den Grünen sagte, die Mieten in München seien auf Rekordniveau und belasteten viele Bürgerinnen und Bürger stark. Die Stadt wolle alle verfügbaren Mittel nutzen, um den Anstieg der Mieten zu bremsen.
Die Stadt geht davon aus, dass viele Vermieter nicht wissen, dass ihre geforderte Miete rechtswidrig sein könnte. Laut der tz übernehmen Vermieter oft den Preis, den Immobilienportale vorschlagen, und diese Vorschläge sind häufig zu hoch.
Die Stadt weist auch auf die Grenzen ihrer Befugnisse hin. In private Mietverträge kann sie nicht eingreifen, wenn diese bereits unterschrieben sind. Zudem lassen sich rechtswidrige Mieterhöhungen nur schwer ahnden, weil die rechtlichen Hürden für Bußgelder sehr hoch sind. Bußgelder nach § 5 Wirtschaftsstrafgesetz setzen den Nachweis voraus, dass vergleichbarer Wohnraum knapp ist. Das sei nach Angaben der Stadt selbst in München nahezu unmöglich zu beweisen. Nach deutschem Mietrecht kann eine deutlich zu hohe geforderte Miete als Mietpreisüberhöhung gelten, in schwereren Fällen als Mietwucher.
Was das für Sie bedeutet
Wenn Sie in München eine Wohnung suchen, ändert der Mietenmonitor weder Ihren Vertrag noch senkt er von sich aus Ihre Miete. Er setzt bei der Anzeige an, also bevor ein Vertrag unterschrieben wird. Das Schreiben der Stadt geht an den Vermieter und bittet ihn, die Anzeige zu überprüfen. Neue Bußgelder oder Strafen im Zusammenhang mit dem Werkzeug nennt die tz nicht.
Wenn Sie bereits zur Miete wohnen und Ihre Miete für zu hoch halten, verweist die Quelle auf ein bestehendes Angebot: Seit 1981 berät die Mietberatungsstelle im Amt für Wohnen und Migration Mieterinnen und Mieter in mietrechtlichen Fragen. Sie ist für Wohnungen im freifinanzierten Wohnungsbereich zuständig, also für privat finanzierte Wohnungen und nicht für geförderte Sozialwohnungen. Nach Angaben der Stadt führt die Beratungsstelle jedes Jahr rund 25.000 Beratungsgespräche.
Praktische Schritte, die sich aus der Quelle ergeben:
- Vergleichen Sie vor der Unterschrift die inserierte Miete mit dem Münchner Mietspiegel für eine Wohnung ähnlicher Größe, Lage und Ausstattung.
- Denken Sie daran, dass ein auf einem Immobilienportal angezeigter Preis kein Beleg dafür ist, dass eine Miete rechtmäßig ist. Laut der Stadt sind die Vorschläge der Portale oft zu hoch.
- Wenn Sie in einer privat finanzierten Wohnung leben und Fragen zu Ihrer Miete oder Ihrem Vertrag haben, wenden Sie sich an die Mietberatungsstelle im Amt für Wohnen und Migration.
Die tz berichtet nicht, wann das Werkzeug in Betrieb geht, welche Portale es durchsucht und ob Mieterinnen und Mieter selbst Anzeigen melden können.
Wie es weitergeht
Nach Angaben der Stadt läuft das Projekt zunächst befristet. Danach wird geprüft, ob es wirkt. Achten Sie auf diese Auswertung, denn sie entscheidet darüber, ob der Mietenmonitor fortgeführt wird.
Auch die rechtliche Lage insgesamt spielt eine Rolle. Gemeinsam mit anderen Kommunen fordert München seit Jahren eine Änderung des Bundesrechts, bisher ohne Erfolg. Eine Änderung der Bußgeldregeln bei überhöhten Mieten würde der Stadt mehr Handlungsmöglichkeiten geben als das derzeitige System, bei dem Vermieter angeschrieben und gewarnt werden.
Quelle: tz
Quellen
- tz: München: Stadtrat lässt Vermieter künftig automatisch auf überhöhte Mieten prüfen, abgerufen am 15. Oktober 2026
München für Internationale
Eine E-Mail pro Woche: was sich für Internationale in München geändert hat, die Nachrichten der Woche aus Deutschland und ein lesenswerter Ratgeber. Kein Spam, jederzeit abbestellbar.












