Aus dem Englischen übersetzt, zuletzt geprüft am 15. Oktober 2026. Den Originalartikel auf Englisch lesen
Das Alkoholverbot der Deutschen Bahn gilt jetzt an allen Bahnhöfen in Deutschland. In Frankfurt, wo die Regel am Hauptbahnhof schon seit Mai gilt, sind die ersten Erfahrungen nach Angaben der hessenschau positiv.
Was passiert ist
Das sogenannte Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen ist am Donnerstag bundesweit in Kraft getreten, berichtet die hessenschau. Es gilt nun an allen rund 5.700 Bahnhöfen in Deutschland. Nach Angaben der Deutschen Bahn darf niemand mehr in den Bahnhofsgebäuden oder auf den Bahnsteigen Alkohol trinken. Ziel ist es, die Bahnhöfe sicherer zu machen, auch die mehr als 400 Bahnhöfe in Hessen, dem Bundesland, zu dem Frankfurt gehört.
Frankfurt war schon früher dran. Am Frankfurter Hauptbahnhof gilt das Verbot bereits seit Mai. Benjamin Schmidt, Leiter des Bahnhofsmanagements Südhessen der Deutschen Bahn, sagte der hessenschau, die ersten Erfahrungen dort seien positiv. Eine offizielle Bilanz gebe es zwar noch nicht, aber am Bahnhof werde weniger Alkohol getrunken, und es habe deutlich weniger Streitigkeiten, Konflikte und aggressive Vorfälle gegeben.
Laut Deutscher Bahn haben Bahnhöfe in ganz Deutschland, die das Verbot schon früher eingeführt hatten, ähnliche Ergebnisse erzielt. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte der hessenschau, die Pilotprojekte hätten „deutlich weniger Müll“ gezeigt, und das Verbot helfe, Gewaltkriminalität, Konflikte und Streit unter Alkoholeinfluss zu verringern. Dadurch fühlten sich Reisende zudem sicherer, und es müsse weniger gereinigt werden.
Auch Beschäftigte in den Geschäften am Frankfurter Hauptbahnhof unterstützen die Regel. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter einer Apotheke sagte der hessenschau, wegen des Verbots kämen weniger Menschen in die Apotheke, die Stress machten. Die Stimmung sei angenehmer geworden und die Lage etwas ruhiger.
Was das für Sie bedeutet
Wenn Sie den Frankfurter Hauptbahnhof oder einen anderen Bahnhof in Deutschland nutzen, gelten laut hessenschau folgende Regeln:
- Kein Alkoholkonsum im Bahnhof oder auf den Bahnsteigen. Das gilt für das Bahnhofsgebäude und alle Bahnsteige.
- Alkohol dabeihaben dürfen Sie weiterhin. Geschlossene Flaschen oder Dosen im Gepäck oder in der Einkaufstasche sind erlaubt. Am Frankfurter Hauptbahnhof darf Alkohol nur in verschlossenen Behältern mitgeführt werden.
- Bahnhofsbars und -restaurants sind ausgenommen. Das Verbot gilt nicht für die Gastronomie in den Bahnhöfen, dort können Sie also weiterhin etwas trinken.
- In Zügen ist Trinken weiterhin erlaubt. Das Verbot endet an der Zugtür. In den Bordbistros wird weiterhin Alkohol verkauft.
Durchgesetzt wird die Regel von der DB-Sicherheit, dem bahneigenen Sicherheitsdienst. Die Mitarbeitenden sollen mit Augenmaß vorgehen. Laut der Sprecherin der Deutschen Bahn halten sich in der Praxis fast alle an das Verbot, sobald das Sicherheitspersonal darauf hinweist.
Wer trotzdem weitertrinkt, dem können Konsequenzen drohen. Eine Bildunterschrift im Bericht der hessenschau fasst die Regel am Frankfurter Hauptbahnhof so zusammen: „Flasche zu, sonst gibt es einen Platzverweis“, also die Aufforderung, das Gelände zu verlassen. Ein schärferer Schritt ist ein Hausverbot, mit dem man den Bahnhof nicht mehr betreten darf. Die Deutsche Bahn erfasst nach eigenen Angaben nicht, wie viele Menschen wegen Alkohols einen Platzverweis oder ein Hausverbot erhalten haben. Ein Hausverbot sei bisher nur in seltenen Fällen ausgesprochen worden.
Ganz praktisch heißt das: Wenn Sie in einem Bahnhofsgeschäft ein Bier oder eine Flasche Wein kaufen, lassen Sie sie geschlossen, bis Sie im Zug sind oder den Bahnhof verlassen haben. Wenn Sie während der Wartezeit etwas trinken möchten, gehen Sie in eine der Bars oder eines der Restaurants im Bahnhof.
Wie es weitergeht
Benjamin Schmidt sagte der hessenschau, eine offizielle Bilanz zur Wirkung des Verbots am Frankfurter Hauptbahnhof gebe es noch nicht. Es bleibt abzuwarten, ob die Deutsche Bahn eine solche Bilanz veröffentlicht, nun da die Regel an allen Bahnhöfen im Land gilt. Da die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben keine Zahlen zu Platzverweisen oder Hausverboten wegen Alkohols erfasst, könnte sich eine künftige Bilanz auf andere Kennzahlen stützen, etwa auf gemeldete Konflikte oder den Reinigungsaufwand.
Quelle: hessenschau
Quellen
- hessenschau: Alkoholverbot jetzt an allen Bahnhöfen – positive Bilanz in Frankfurt, abgerufen am 15. Oktober 2026
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