Aus dem Englischen übersetzt, zuletzt geprüft am 29. Oktober 2026. Den Originalartikel auf Englisch lesen
Die Beschäftigten der Charité, des Berliner Universitätsklinikums, waren heute Morgen zu einem einstündigen Warnstreik vor dem Berliner Abgeordnetenhaus aufgerufen. Außerdem lässt die Gewerkschaft Verdi über einen unbefristeten Streik abstimmen. Die Abstimmung endet am 5. November, wie der Tagesspiegel unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa berichtet.
Was passiert ist
Laut Tagesspiegel rief Verdi die Beschäftigten der Universitätsmedizin Charité auf, sich am 29. Oktober von 9 bis 10 Uhr an einem Warnstreik zu beteiligen. Ein Warnstreik ist ein kurzer, zeitlich begrenzter Streik. Er findet meist statt, während noch über Löhne oder Tarifverträge verhandelt wird. Der Protest fand auf dem Margot-Friedländer-Platz vor dem Berliner Abgeordnetenhaus statt, dem Landesparlament. Das neu gewählte Parlament kam am selben Tag zu seiner ersten, konstituierenden Sitzung zusammen.
Im Streit geht es um den sogenannten Entlastungstarifvertrag. Nach Angaben von Verdi regelt er die Personalausstattung und einen Ausgleich für Beschäftigte, die in unterbesetzten Schichten arbeiten. Die Beschäftigten streiken nach Darstellung der Gewerkschaft dafür, den Vertrag zu erhalten und weiterzuentwickeln. Verdi wirft dem Charité-Vorstand vor, ihn verschlechtern zu wollen.
Gisela Neunhöffer, stellvertretende Leiterin des Verdi-Landesfachbereichs Gesundheit für Berlin-Brandenburg, sagte sinngemäß: „Die Charité braucht einen Tarifvertrag, der dafür sorgt, dass Beschäftigte bleiben, Auszubildende gut ausgebildet werden und neue Kolleginnen und Kollegen gewonnen werden können.“
Der Zeitpunkt des Protests war bewusst gewählt. Die Parteien einer möglichen rot-grün-roten Koalition (SPD, Grüne und Die Linke, benannt nach ihren Parteifarben) haben ein Bekenntnis zum Entlastungstarifvertrag in ihr Sondierungspapier aufgenommen, also das Papier, das die Ergebnisse der Sondierungsgespräche vor den eigentlichen Koalitionsverhandlungen zusammenfasst. Verdi zufolge erwarten die Streikenden nun verbindliche Zusagen auf Grundlage dieser Erklärung.
Wie der Tagesspiegel berichtet, verhandelt Verdi seit Juli mit der Charité über eine Neufassung des Vertrags. In dieser Zeit hat die Gewerkschaft nach eigenen Angaben zu zehn Warnstreiks aufgerufen.
Was das für Sie bedeutet
Der heutige Warnstreik war auf eine Stunde begrenzt, von 9 bis 10 Uhr, und fand an einem einzigen Ort vor dem Parlamentsgebäude statt. Aus dem Bericht geht nicht hervor, wie viele Beschäftigte sich beteiligten und ob Termine, Operationen oder Stationen an den Standorten der Charité betroffen waren.
Die größere Frage ist die laufende Abstimmung. Seit Montag stimmen Verdi-Mitglieder über einen Erzwingungsstreik ab. Verdi bezeichnet ihn als letztes Mittel, wenn die Verhandlungen ausgeschöpft sind. Anders als bei den bisherigen kurzen Warnstreiks würden die Streikenden dann ohne festes Ende die Arbeit niederlegen.
Wenn Sie Patientin oder Patient der Charité sind oder dort in den kommenden Wochen einen Termin oder eine geplante Behandlung haben, sollten Sie nach dem Ende der Abstimmung am 5. November die Nachrichten verfolgen. Die Quelle erklärt nicht, wie ein unbefristeter Streik organisiert würde oder welche Leistungen weiterlaufen würden. Falls ein Streik angekündigt wird und Sie eine Behandlung gebucht haben, ist es sinnvoll, direkt bei Ihrer Klinik oder Abteilung an der Charité nachzufragen.
Wenn Sie selbst an der Charité arbeiten: Die Abstimmung und alle Streikbeschlüsse gehen von Verdi aus. Gewerkschaftsmitglieder können Einzelheiten über ihre Verdi-Vertreterinnen und -Vertreter erhalten.
Worauf Sie achten sollten
- 5. November: Die Abstimmung über den Erzwingungsstreik endet. Das Ergebnis zeigt, ob Verdi zu einem unbefristeten Streik übergeht.
- Koalitionsgespräche: Verdi will, dass die mögliche rot-grün-rote Koalition das Bekenntnis zum Entlastungstarifvertrag aus dem Sondierungspapier in verbindliche Zusagen umwandelt. Achten Sie darauf, ob der Vertrag in einem Koalitionsvertrag auftaucht.
- Verhandlungen mit dem Charité-Vorstand: Die Gespräche laufen seit Juli. Ein neues Angebot des Vorstands könnte den Verlauf des Konflikts vor oder nach der Abstimmung verändern.
Quelle: Tagesspiegel
Quellen
- Tagesspiegel: Tarifverhandlungen: Verdi ruft Pflegekräfte an Charité erneut zu Warnstreik auf, abgerufen am 29. Oktober 2026
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