Aus dem Englischen übersetzt, zuletzt geprüft am 29. Oktober 2026. Den Originalartikel auf Englisch lesen
Die Zahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen in München ist im vergangenen Jahr um 25 Prozent gesunken und hat damit den niedrigsten Stand seit fünf Jahren erreicht. Das geht aus einer neuen Auswertung des Immobilienverbands IVD hervor, über die die tz berichtet. Der Verband warnt, dass der Rückgang den Mietmarkt der Stadt noch jahrelang unter Druck halten wird.
Was passiert ist
Die Zahl der Baugenehmigungen, also der behördlichen Genehmigungen, die vor Baubeginn vorliegen müssen, ist in München im Vergleich zum Vorjahr von 7.118 auf 5.366 Wohnungen gefallen. Die tz beruft sich auf eine Auswertung des IVD (Immobilienverband Deutschland, ein bundesweiter Verband von Maklern und anderen Fachleuten der Immobilienbranche).
Auf längere Sicht sieht es noch schlechter aus. Laut IVD lag die Zahl der Genehmigungen 36 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2020, also der Zeit vor der Energiekrise und der Zinswende, dem Übergang von sehr niedrigen zu höheren Zinsen.
IVD-Marktexperte Stephan Kippes sagte der tz, dass höhere Zinsen und steigende Baukosten den Neubau bremsen. Zudem sei die Nachfrage nach Neubauwohnungen in den vergangenen Jahren verhalten gewesen. Die Folgen würden sich erst später zeigen: „Das sind genau die Wohnungen, die morgen fehlen werden, und das trifft ziemlich hart.“
Was das für Sie bedeutet
Wenn Sie in München zur Miete wohnen oder einen Umzug hierher planen, lautet die Botschaft des IVD: Rechnen Sie nicht damit, dass sich der Mietmarkt langfristig entspannt. Eine Baugenehmigung ist der erste Schritt in einem langen Prozess. Werden heute weniger Bauvorhaben genehmigt, kommen in den nächsten Jahren weniger Wohnungen auf den Markt. Das trifft vor allem Wohnungssuchende, darunter auch Neuankömmlinge, die ohne bestehenden Mietvertrag in die Stadt kommen.
Kurzfristig gibt es in den Zahlen etwas Entlastung. Nach Berechnungen des IVD hat sich der Anstieg der Mieten zuletzt verlangsamt. Im Vergleich zum Frühjahr veränderten sich die Durchschnittsmieten je nach Art der Immobilie um 0 Prozent bis 2 Prozent. Am unteren Ende lagen Reihenmittelhäuser im Bestand, also nicht neu gebaute Häuser, ohne Veränderung. Am oberen Ende lagen Doppelhaushälften im Bestand mit einem Plus von 2 Prozent.
Neubauwohnungen bleiben teuer. Nach den Zahlen des IVD, über die die tz berichtet, kostet ein Quadratmeter im Neubau zur Miete inzwischen durchschnittlich 25,60 Euro. Vor zehn Jahren waren es 17,40 Euro.
Einige praktische Hinweise für Bewohnerinnen und Bewohner:
- Wenn Sie Angebote vergleichen, nutzen Sie den IVD-Durchschnitt von 25,60 Euro pro Quadratmeter für Neubauten als grobe Orientierung dafür, was neue Wohnungen auf dem Markt kosten.
- Wenn Sie zwischen einem Neubau und einer älteren Immobilie abwägen: Die IVD-Zahlen unterscheiden zwischen Neubau und Bestand, und die Preise unterscheiden sich zwischen beiden.
- Wenn Sie bereits einen Mietvertrag in München haben, sollten Sie das bedenken, bevor Sie umziehen. Der IVD erwartet, dass das Angebot knapp bleibt.
Worauf Sie als Nächstes achten sollten
Laut IVD werden sich die Folgen des Rückgangs bei den Genehmigungen erst in Zukunft zeigen, wenn die Wohnungen, die jetzt nicht genehmigt werden, auf dem Markt fehlen. Zwei Entwicklungen lohnt es sich zu verfolgen:
- Ob die jüngste Verlangsamung des Mietanstiegs anhält. Der letzte Vergleich des IVD mit dem Frühjahr zeigte Steigerungen von höchstens 2 Prozent.
- Ob sich Zinsen und Baukosten, die Kippes als wichtigste Bremsen für den Neubau nennt, so weit verändern, dass sich die Zahl der Genehmigungen erholt.
Vorerst lautet die Einschätzung des IVD, wie die tz berichtet: München braucht dringend neue Wohnungen, doch die Zahl der Genehmigungen sinkt weiter.
Quelle: tz
Quellen
- tz: München vor Wohnungsproblem: Baugenehmigungen sinken deutlich, abgerufen am 29. Oktober 2026
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