Aus dem Englischen übersetzt, zuletzt geprüft am 16. Oktober 2026. Den Originalartikel auf Englisch lesen
Der Bundestag hat die rechtliche Grundlage dafür geschaffen, den deutschen Personalausweis auf dem Smartphone mitzuführen, und zwar in einer digitalen Brieftaschen-App namens „d-you“. Wie die tagesschau berichtet, dürfen Menschen, die bei ihrem letzten Antrag auf einen Personalausweis 70 Jahre oder älter waren, nach demselben Gesetz ihren Ausweis auch nach Ablauf weiter nutzen. Außerdem muss der Reisepass nach einem Umzug nicht mehr aktualisiert werden.
Was passiert ist
Die tagesschau, der Nachrichtendienst des öffentlich-rechtlichen Senders ARD, berichtet, dass der Bundestag neue Regeln für Pässe und Personalausweise beschlossen hat. Die wichtigste Änderung: Der Personalausweis kann künftig auf dem Smartphone gespeichert werden. Die App soll „d-you“ heißen, der Start ist laut tagesschau für Anfang nächsten Jahres geplant. Nach und nach sollen weitere Dokumente in die App kommen, die tagesschau nennt als Beispiel den Führerschein.
Mit dem Ausweis auf dem Smartphone soll es laut tagesschau einfacher werden, sich online gegenüber Behörden, Dienstleistern und Vertragspartnern auszuweisen. Langfristig soll die App allein zur Identifizierung ausreichen, sodass die Plastikkarte zu Hause bleiben könnte. Die Nutzung der App ist freiwillig.
Mit dem Gesetz wird eine EU-Verordnung in Deutschland umgesetzt. Wie die tagesschau erklärt, verpflichtet diese Verordnung jeden Mitgliedstaat, eine Anwendung für digitale Ausweisdokumente anzubieten, zum Beispiel auf dem Smartphone.
Der Gesetzentwurf ändert auch die Regeln für ältere Menschen. Wer bei der Beantragung des aktuellen Personalausweises 70 Jahre oder älter war, muss ihn künftig nicht mehr erneuern. Der Ausweis bleibt auch über das aufgedruckte Ablaufdatum hinaus gültig. In der Begründung des Gesetzentwurfs heißt es, dass der Antrag auf einen neuen Ausweis mit zunehmendem Alter für den Einzelnen einen großen Aufwand bedeuten kann. Die Änderung soll außerdem die Behörden entlasten, die mit rund 285.000 Anträgen pro Jahr weniger rechnen.
Eine dritte Änderung betrifft den Reisepass. Ändert sich der im Pass eingetragene Wohnort, muss er nicht mehr aktualisiert werden. Nach einem Umzug kann also der alte Wohnort im Dokument stehen bleiben. Laut Gesetzentwurf könnten so rund 1,2 Millionen Änderungen wegfallen, die derzeit in den örtlichen Ämtern bearbeitet werden.
Was das für Sie bedeutet, wenn Sie in Deutschland leben
Für Inhaberinnen und Inhaber eines deutschen Personalausweises wird die auffälligste Neuerung die Möglichkeit sein, ihn auf dem Handy dabeizuhaben. Den wichtigsten Vorteil sieht die tagesschau darin, dass man sich online einfacher gegenüber Behörden, Unternehmen und Vertragspartnern ausweisen kann. Wer schon einmal ein Bankkonto eröffnet, einen Handyvertrag abgeschlossen oder etwas online mit einem Amt erledigt hat, weiß, wie oft ein Identitätsnachweis verlangt wird. Die App ist freiwillig, niemand muss sie nutzen.
Die Regel für ältere Menschen ist für Familien mit älteren Angehörigen wichtig. Ein Elternteil oder Großelternteil, das beim letzten Antrag 70 Jahre oder älter war, muss nicht erneut zum Bürgeramt, wenn der Ausweis abläuft. Es gibt allerdings Einschränkungen. Laut tagesschau ist es weiterhin ratsam, bei Reisen innerhalb der EU einen gültigen Personalausweis dabeizuhaben. Der alte Ausweis soll vor allem für Alltagssituationen genügen, etwa bei einer Polizeikontrolle oder am Wahltag im Wahllokal. Zudem funktioniert die Online-Funktion des Ausweises nach Ablauf nicht mehr. Ältere Menschen, die die Online-Ausweisfunktion nutzen, brauchen dafür also einen gültigen Ausweis.
Die Änderung beim Reisepass hilft allen, die umziehen. Sie müssen den Wohnort in Ihrem Reisepass nach einem Umzug nicht mehr berichtigen lassen. Ob sich dadurch grundsätzlich etwas an der Anmeldung der neuen Adresse ändert, sagt die tagesschau nicht. Es geht nur um den Eintrag im Pass.
Für internationale Einwohnerinnen und Einwohner lohnt es sich, genau hinzuschauen, wen die Neuerungen betreffen. Der Bericht der tagesschau behandelt den deutschen Personalausweis, den deutschen Reisepass und später den Führerschein. Ob auch Aufenthaltstitel oder andere Dokumente von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in die d-you-App aufgenommen werden, geht daraus nicht hervor. Wenn Sie einen deutschen Personalausweis oder Reisepass besitzen, etwa weil Sie eingebürgert wurden, gelten die Änderungen für Sie wie beschrieben. Wenn nicht, enthält der Bericht keine Angaben dazu, wie die digitale Brieftasche für Sie funktionieren wird.
Wie es weitergeht
Das Gesetz ist noch nicht endgültig. Die tagesschau weist darauf hin, dass der Bundesrat, die Länderkammer, in der die 16 Bundesländer vertreten sind, noch zustimmen muss. Bis dahin haben sich die Regeln für ältere Ausweisinhaber und für den Reisepass nach einem Umzug nicht geändert.
Stimmt der Bundesrat zu, folgt als nächster Schritt der geplante Start der d-you-App Anfang nächsten Jahres. Danach bleibt offen, welche Dokumente über den Führerschein hinaus wann in die App kommen und ab wann die App allein im Alltag als Identitätsnachweis akzeptiert wird. Diesen letzten Schritt beschreibt die tagesschau nur als langfristiges Ziel und nennt kein Datum.
Der größere Hintergrund ist das Tempo der Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland. Die tagesschau verweist auf frühere Berichte, wonach die deutsche Verwaltung weit hinter ihren eigenen Digitalisierungszielen zurückliegt. Wie reibungslos d-you startet, wird ein erster Test dafür sein, ob sich daran etwas zu ändern beginnt.
Quelle: tagesschau
Quellen
- tagesschau: Das sind die Pläne für den Ausweis auf dem Smartphone, abgerufen am 16. Oktober 2026 (archivierte Kopie)
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