Aus dem Englischen übersetzt, zuletzt geprüft am 21. Oktober 2026. Den Originalartikel auf Englisch lesen
Familien, deren Kinder in Haar eine Kita besuchen, zahlen ab Januar 2027 pro Kind 100 Euro mehr im Monat. Das berichtet die Münchner Zeitung tz. Haar ist eine Gemeinde direkt östlich von München. Der Freistaat Bayern hat einen monatlichen Zuschuss für jeden Betreuungsplatz gestrichen. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Kosten vollständig an die Eltern weiterzugeben.
Was passiert ist
Die tz beruft sich auf Recherchen von Angela Boschert vom Münchner Merkur. Demnach steigen die monatlichen Gebühren für Plätze in Kindergarten und Krippe in Haar um 100 Euro pro Kind. Für Geschwisterkinder beträgt die Erhöhung 80 Euro pro Kind. Der Gemeinderat hat die Änderung mit den Stimmen von CSU, FDP und der örtlichen Wählergruppe UBH beschlossen.
Hintergrund ist eine Gesetzesreform des Freistaats Bayern. Bisher zahlte der Freistaat für jeden Kita-Platz (Kindertagesstätte) 100 Euro im Monat. Dieser Beitragszuschuss ist nun abgeschafft. Laut tz gibt Haar den weggefallenen Zuschuss vollständig an die Eltern weiter. Je nach Alter des Kindes und Zahl der Betreuungsstunden bedeutet das eine Erhöhung um 25 bis 200 Prozent.
Grüne und SPD in Haar kritisieren die Entscheidung scharf. Die Grünen erklärten, der Gemeinderat habe trotz ihres Widerspruchs „gegen Haars Familien“ entschieden. Selbst wenn die Gemeinde die Kosten selbst übernommen hätte, wäre aus der gestiegenen staatlichen Förderung immer noch ein sechsstelliger Betrag übrig geblieben, argumentieren sie. Die SPD räumte ein, dass die Kommunen finanziell in einer schwierigen Lage seien. Die Gemeinde habe nach ihren eigenen Berechnungen aber auch ohne den 100-Euro-Zuschuss noch einen Überschuss. Laut SPD hat die Mehrheit jeden Vorschlag abgelehnt, die Erhöhung abzumildern.
Sonja Britt (CSU), Bildungsreferentin des Gemeinderats, sagte dem Münchner Merkur, 100 Euro im Monat seien „viel“. Die Gemeinde trage jedoch die Verantwortung dafür, dass die Qualität der Kinderbetreuung langfristig verlässlich bleibe. Eine Entlastung der Familien dürfe die Zukunft der Kinderbetreuung nicht an anderer Stelle gefährden.
Zwei Mütter, die nur mit Vornamen genannt werden, schilderten der Zeitung, was die Erhöhung für sie bedeutet. Stefanie hat zwei Söhne im Alter von vier und sechs Jahren. 100 Euro mehr im Monat summieren sich nach ihren Worten auf 1.200 Euro im Jahr. Dieses Geld würde ihre Familie sonst für die Kinder und gemeinsame Unternehmungen ausgeben. Manuelas Familie lebt von zwei Vollzeitgehältern im Handwerk. Für ihre Zwillinge und ihren siebenjährigen Sohn, der einen Hort besucht, zahlt sie künftig 180 Euro mehr im Monat. Die Familie müsse nun überlegen, ob sie sich die Beiträge im Fußballverein noch für alle drei Kinder leisten könne, sagte sie.
Was das für Sie bedeutet
Der Bericht betrifft Haar, das die tz als Gemeinde im Landkreis München in Oberbayern beschreibt. Der Landkreis umgibt die Stadt und ist verwaltungsmäßig von der Landeshauptstadt München getrennt. Wenn Ihr Kind in Haar einen Kindergarten oder eine Krippe besucht, sollten Sie ab Januar 2027 mit einer um 100 Euro höheren Monatsgebühr rechnen, bei Geschwisterkindern mit 80 Euro mehr pro Kind. Einen genauen Tag im Januar nennt die tz nicht.
Wie stark die Erhöhung im Verhältnis zu Ihrer bisherigen Gebühr ausfällt, hängt vom Alter Ihres Kindes und den gebuchten Betreuungsstunden ab. Deshalb nennt die tz eine Spanne von 25 bis 200 Prozent. Manuelas Beispiel zeigt, dass auch Familien mit einem Kind im Hort betroffen sind.
Der Artikel erklärt nicht, wie Haar die Eltern informieren wird oder ob es Härtefallregelungen gibt. Wenn Sie in Haar wohnen, lohnt es sich, Ihren aktuellen Gebührenbescheid zu prüfen und bei Ihrer Kita oder der Gemeinde nachzufragen, wie hoch Ihr neuer Betrag für 2027 ist.
Der Artikel berichtet nur über die Entscheidung in Haar. Wie andere Gemeinden im Landkreis oder die Landeshauptstadt München auf das Ende des staatlichen Zuschusses reagieren, geht daraus nicht hervor. Da Bayern den Zuschuss für jeden Kita-Platz gezahlt hat, können auch Eltern an anderen Orten im Raum München bei ihrem Träger oder ihrer Kommune nachfragen, ob sich ihre Gebühren ändern.
Wie es weitergeht
Die höheren Gebühren sollen ab Januar 2027 gelten. Die Oppositionsparteien argumentieren, die Gemeinde könne die Lücke selbst schließen. Die Mehrheit verweist dagegen auf die Notwendigkeit langfristiger finanzieller Verlässlichkeit. Die Grünen warnen, dass manche Eltern womöglich überlegen müssen, ob sie sich den Kita-Platz ihres Kindes überhaupt noch leisten können. Abzuwarten bleibt, wie andere Gemeinden im Landkreis München mit dem Wegfall des Beitragszuschusses umgehen.
Quelle: tz
Quellen
- tz: Kita-Gebühren im Kreis München steigen deutlich – Mutter: „Das fehlt für unsere Kinder“, abgerufen am 21. Oktober 2026
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