Aus dem Englischen übersetzt, zuletzt geprüft am 11. Oktober 2026. Den Originalartikel auf Englisch lesen
Das tschechische private Eisenbahnunternehmen Leo Express hat seine Direktzüge von Frankfurt nach Prag und weiter nach Polen eingestellt, nur wenige Monate nach dem Start der Verbindung. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, fährt seit Montag, dem 5. Oktober, kein Zug mehr auf der Strecke. Das Unternehmen macht die andauernden Bauarbeiten im deutschen Schienennetz dafür verantwortlich.
Was passiert ist
Leo Express hatte die Direktverbindung im Juli 2026 gestartet. Sie verband Frankfurt mit Prag und führte weiter bis nach Przemyśl im Südosten Polens. Laut Frankfurter Rundschau hat das Unternehmen sie nun wegen anhaltender Bauarbeiten und geplanter Streckensperrungen im deutschen Bahnnetz zurückgezogen. Nach Angaben von Leo Express war es dadurch unmöglich, einen stabilen Fahrplan einzuhalten oder einen regelmäßigen Betrieb anzubieten.
In einer offiziellen Stellungnahme, aus der die Zeitung zitiert, heißt es: „Ein Betrieb mit Fahrplänen, die sich praktisch täglich ändern, mit Streckensperrungen und Umleitungen lässt sich auf Dauer nicht aufrechterhalten.“
Die Strecke gehörte zu den günstigeren Direktverbindungen zwischen Frankfurt und Mittel- und Osteuropa. Fahrgäste konnten am Frankfurter Südbahnhof in Sachsenhausen oder am Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens einsteigen, außerdem in Hanau, Offenbach und Fulda. Die Züge fuhren ohne Umstieg über Dresden nach Prag und weiter über Ostrava nach Przemyśl. Wie die Frankfurter Rundschau schreibt, gab es Tickets in der Economy Class in die tschechische Hauptstadt ab 10 Euro.
Das Unternehmen hat entschieden, die Strecke in diesem Jahr nicht mehr zu bedienen. Ganz aufgegeben hat es sie aber nicht. Wie Leo Express der Zeitung mitteilte, verhandelt es mit der bundeseigenen Deutschen Bahn (DB), die den größten Teil des deutschen Schienennetzes betreibt, über künftige Fahrplanlagen. Das sind die Zeitfenster, die einem Betreiber das Recht geben, seine Züge zu festgelegten Zeiten auf den Gleisen fahren zu lassen. Ziel ist es, zu einem späteren Zeitpunkt zuverlässigere Verbindungen anzubieten.
Was das für Sie bedeutet
Wenn Sie in Frankfurt oder Umgebung wohnen und mit Leo Express nach Prag, Dresden, Ostrava oder in den Süden Polens gefahren sind, fällt diese direkte Verbindung für den Rest des Jahres 2026 weg. Betroffen sind unter anderem diese Halte:
- Frankfurt Südbahnhof
- Frankfurt Flughafen Fernbahnhof
- Hanau
- Offenbach
- Fulda
Wenn Sie bereits ein Leo-Express-Ticket für eine Fahrt am oder nach dem 5. Oktober gebucht haben, dürften Sie laut Frankfurter Rundschau Ihr Geld nicht verlieren. Leo Express zufolge wird der Kundenservice alle betroffenen Fahrgäste direkt kontaktieren. Die Fahrgelderstattung erfolgt nach den gesetzlichen Regeln zu den Fahrgastrechten.
Konkret sollten Sie als Fahrgast mit Buchung Folgendes tun:
- Nicht zum Bahnhof gehen und auf den Zug warten. Seit dem 5. Oktober fährt auf dieser Strecke kein Zug von Leo Express mehr.
- Auf eine Nachricht des Leo-Express-Kundenservice achten. Prüfen Sie die E-Mail-Adresse und die Telefonnummer, die Sie bei der Buchung angegeben haben, auch Ihren Spam-Ordner.
- Die Buchungsbestätigung aufbewahren. Sie brauchen sie, wenn Ihre Erstattung nach den Fahrgastrechten bearbeitet wird.
- Eine andere Reisemöglichkeit planen, falls Ihre Reise nach Prag oder Polen trotzdem stattfindet, denn die Direktverbindung kommt in diesem Jahr nicht zurück.
Wie die Zeitung berichtet, hat sich Leo Express bei den Fahrgästen für die Unannehmlichkeiten und den vorzeitigen Rückzug entschuldigt.
Wie es weitergeht
Ob Züge von Leo Express wieder regelmäßig am Frankfurter Südbahnhof halten, hängt laut Frankfurter Rundschau vor allem von zwei Dingen ab: vom Ergebnis der Gespräche des Unternehmens mit der Deutschen Bahn über Fahrplanlagen und davon, wie schnell die Bauarbeiten im deutschen Netz vorankommen.
Ein Termin für den Neustart wurde nicht genannt. Wenn Sie häufig zwischen Frankfurt und Tschechien oder Polen unterwegs sind, sollten Sie Ankündigungen von Leo Express zu einer möglichen Rückkehr in einem späteren Jahr im Blick behalten, ebenso Meldungen zu den Bauarbeiten auf den Strecken, die das Unternehmen genutzt hat.
Quelle: Frankfurter Rundschau
Quellen
- Frankfurter Rundschau: Privatanbieter schmeißt Frankfurt-Prag-Strecke hin – wegen deutschem Schienennetz, abgerufen am 11. Oktober 2026
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